Von Panzerübungen und Körperpanzern. Wie Hamburg kriegstauglich gemacht werden soll und wie wir uns verweigern
Auftaktveranstaltung der Aktionstage gegen das Nato-Manöver in Hamburg
Donnerstag, 23.09.2026, 19:00 Uhr
Mit Mithu Sanyal, Steffen Jörg und Kay Jäger
Mit dem Nato-Manöver Red Storm Charlie wird in Hamburg vom 24. bis 26.9. nunmehr zum dritten Mal eingeübt, was Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius als Kriegstüchtigkeit bezeichnet. Von Rettungsdiensten, Arbeitsagentur, Handelskammer bis zu Logistikunternehmen sollen wir auf den Krieg eingeschworen werden – anstelle nach Wegen zu suchen, wie man ihm entkommt. Katastrophenschutz wird vermengt mit einem militärischen Sicherheitsversprechen, das vorgibt, die Demokratie zu verteidigen, und sie doch gerade in ihrem Windschatten abschafft.
Das korrespondiert mit einer allgemeinen Entwicklung massiver Umverteilung und Re-Priorisierung von Haushaltsmitteln vom Sozialbereich zur „Verteidigung“, gigantischen Rüstungsdeals, Wehrpflicht und der Konversion der Industrie zur Kriegsökonomie, um den Wirtschaftsstandort Deutschland auf Vordermann zu bringen.
Wir diskutieren darüber, was Militarisierung und Mobilmachung mit unseren Leben, Körpern und Städten macht. Wie die Logik des Hart-Seins, von Sieg oder Niederlage und von unerbittlicher Konkurrenz unsere Gesellschaft und Arbeitsverhältnisse verändert.
Wir reden aber auch darüber, wie wir aus der Logik des Krieges austreten können, wie wir uns die Sicherheit unserer Zukunft stattdessen vorstellen, und was wir verlernen müssen, um uns zu ihr auf den Weg zu machen.
Kay Jäger ist Hafenarbeiter und in ver.di aktiv. Seit Mai 2025 sitzt er außerdem für die Linkspartei in der Hamburger Bürgerschaft und ist hafen- und gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Er engagiert sich gegen Aufrüstung und Waffentransporte über den Hafen.
Steffen Jörg lohnarbeitet bei der Gemeinwesenarbeit St. Pauli, ist seit Jahren in verschiedenen stadtpolitischen Initiativen aktiv, hat das Recht auf Stadt-Netzwerk mit ins Leben gerufen und engagiert sich zur Zeit u.a. beim Zusammenschluss „unkürzbar“.
Mithu Sanyal ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Seit Jahren beschäftigt sie sich aus feministischer Perspektive mit Kolonialgeschichte und Gewaltverhältnissen und verfasst aktuell ein Buch gegen die Militarisierung unserer Gegenwart.
